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Das Leben von Dr. Hildegard Hansche


Hildegard Hansche, 1926

Hildegard Hansche wird am 12. Oktober 1896 als 4. Kind eines Dachsteinfabrikanten in Mittenwalde geboren. Nachdem durch Erblindung und Tod des Vaters das Abitur und ein Studium nicht mehr finanzierbar sind, kämpft sie zielstrebig um eine Ausbildung, die ihren Wissensdurst stillen könnte. Sie wird Lehrerin, absolviert gleich darauf eine Ausbildung zur staatliche Fürsorgerin und legt ein Diplom als Verwaltungs- und Sozialbeamtin ab.

1925 holt sie extern das Abitur nach und legt an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät in Mannheim das Diplom für Volkswirte ab. 1926 promoviert sie in Mannheim zum Thema: "Entstehung, Wesen und Bedeutung des Kampfes gegen die Trusts in den Vereinigten Staaten" zum Dr. rer. pol. Ihre Ausbildung verdient sie sich durch Nebenbeschäftigungen im sozialen und pädagogischen Bereich.

Den ihr Leben bestimmenden moralischen Anspruch schöpft sie aus der theoretischen und praktischen Beschäftigung mit den sozialen Verhältnissen ihrer Zeit, die sie in die Nähe sozialistischer Ideen führen.

1926 wird sie Mitglied der SPD. Zugleich hat sie eine innige Beziehung zu Quäkern und ihren Anschauungen. Deren christliche Weltanschauung, insbesondere ihr Pazifismus und ihr soziales Engagement, prägen Hildegard Hansche tief. Zeit ihres Lebens versucht sie, beide weltanschauliche Ansätze in sich zu vereinen.

Als Lehrerin versucht sie, auch unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ihre Schüler im humanistischen Geist zu erziehen und ihnen einen kritischen Blick auf ihre Umwelt zu vermitteln. Als sie sieht, dass einer ihrer Schüler auf der Straße einen Juden anspuckt und beschimpft, stellt sie ihn offen zur Rede. Sie wird denunziert und bezahlt ihre Menschlichkeit mit einer dreijährigen Haft im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück. Auch in dieser Hölle bleibt sie ihren humanistischen Idealen treu.

Nach der Befreiung arbeitet Hildegard Hansche als Lehrerin, Rektorin und Schulrätin in Luckenwalde, ehe sie 1948 der Einladung einer Freundin nach Singen folgt. Dort ist sie wieder als Lehrerin tätig. Alle Bemühungen, eine ihrer Qualifikation entsprechende Stelle zu bekommen, scheitern. Wie schon in den 20er Jahren engagiert sie sich in der Friedensbewegung der 70er und 80er Jahre. Mit großer Besorgnis nimmt sie die beängstigenden Zeichen von Neofaschismus, Rassenhaß und Ausländerfeindlichkeit wahr und arbeitet aktiv in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten.

Seit den 70er Jahren beschäftigt Hildegard Hansche die Idee, eine Stiftung zu gründen. Die für erlittenes NS-Unrecht erstrittene Entschädigung hat sie nicht angerührt und durch eine äußerst bescheidene Lebensweise stetig weiter gespart. Was soll mit dem Geld nach ihrem Tod passieren? In der Bildung einer Stiftung sieht Hildegard Hansche ihren Beitrag, um neuen Erscheinungen der Intoleranz entgegenzuwirken und insbesondere die Beschäftigung Jugendlicher mit der Realität des Nationalsozialismus, seinen Ursachen und Folgen zu befördern.

Hildegard Hansche, 1991

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